Leistungs­spektrum

Patienten, die zu uns in die Praxis für Strahlentherapie Gießen kommen, werden in den meisten Fällen von ihrem behandelnden Orthopäden oder Hausarzt zu lumamed überwiesen, um etwa eine Arthrose, Schleimbeutelentzündung, einen Tennis– oder Golferarm oder Fersensporn zu behandeln. Auch Chirurgen und dermatologische Praxen bedienen sich der Strahlentherapie, die einer Fibromatose oder auch der Bildung von überschüssigem Narbengewebe entgegenwirken kann. Die Auswertungen aus bildgebenden Verfahren wie Röntgen, MRT oder Ultraschall, gegebenenfalls Befunde und Diagnosen der überweisenden Praxen liegen uns in der Regel vor bzw. werden Ihnen von Ihrem Arzt mitgegeben, wenn Sie zu uns kommen.

Das Ziel der Röntgenreizbestrahlung ist die Hemmung des Entzündungsgeschehens und damit die Linderung der Beschwerden. Die Wirkung tritt in der Regel nach einigen Wochen ein, oft nicht vor Abschluss der aktiven Behandlungsphase. Bei Ihrem ersten Termin bei lumamed besprechen wir deshalb mit Ihnen in einem ausführlichen Erstgespräch den Therapieverlauf. Auf Basis der übermittelten Befunde sowie der klinischen Untersuchung in unserer Praxis erstellen wir einen Behandlungsplan, in dem festgelegt wird, wie häufig Sie zur Bestrahlung kommen. In der Regel können Sie mit zwei bis drei Terminen pro Woche rechnen, bei der der zu behandelnde Bereich jeweils für wenige Sekunden bis Minuten bestrahlt wird. Im Anschluss an die Strahlentherapie überweisen wir Sie an den behandelnden Haus- oder Facharzt zurück.

Arthrose

Die Arthrose ist eines von diversen Erkrankungsbildern, bei denen die Strahlentherapie eine nachhaltige und nichtinvasive sowie schmerzfreie Behandlungsoption darstellt. Bei der degenerativen Gelenkerkrankung nutzt sich der Gelenkknorpel, eine gleitfähige Struktur, die für das reibungslose Gegeneinandergleiten der Gelenkknochen sorgt, ab. Das führt letztlich dazu, dass sich der restliche Knorpel und die umliegenden Knochen entzünden. Die Folge sind Schmerzen und eine Abnahme der Beweglichkeit. Auch hier ist das Prinzip der Strahlentherapie das gleiche: Röntgenstrahlen werden auf das erkrankte Gelenk gerichtet. Diese sollen die Verbesserung der Durchblutung und eine Veränderung des Säuregehaltes im bestrahlten Gewebe bewirken. Wie überall, wo wir Entzündungen im Körper antreffen, geben Schmerzbotenstoffe unserem Gehirn das Signal, dass etwas nicht stimmt. Die Röntgenreizbestrahlung kann dazu beitragen, dass diese Botenstoffe reduziert oder sogar unterdrückt werden, sodass langfristig eine deutliche Schmerzminderung und ein Zurückgehen von Schwellungen und Rötungen eintreten sollte.

Ob Daumensattelgelenk, Hüfte oder Knie – Die Strahlentherapie ist zur Behandlung jeglicher Gelenke geeignet. In einem persönlichen Erstgespräch nehmen wir uns ausreichend Zeit für Ihre Fragen und planen gemeinsam mit Ihnen alle weiteren Termine für einen optimalen Behandlungsablauf. Bei Krankheitsbildern im Bereich der Wirbelsäule beraten wir Sie gerne über mögliche Therapieoptionen und dessen Folgen.

Schleimbeutelentzündung

Bei einer Schleimbeutelentzündung oder Bursitis kommt es zu einer Entzündung der Schleimbeutel, den kleinen, flüssigkeitsgefüllten Kissen in Gelenknähe. Sie dienen als Stoßdämpfer und Gleitmittel, um Reibung zwischen Sehnen, Muskeln und Knochen zu reduzieren. Wie auch ein Tennisarm oder Golferellenbogen kann eine Schleimbeutelentzündung durch unterschiedliche Faktoren, wie etwa übermäßige Belastung oder wiederholte Bewegungen, entstehen. Auch direkte Verletzungen oder Vorerkrankungen wie Rheuma können der Auslöser für eine Bursitis sein. Typischerweise tritt die Erkrankung an Gelenken auf, die häufigen Bewegungen oder Druck ausgesetzt sind, wie Ellenbogen, Schulter, Hüfte oder Knie. Schmerzen, besonders bei Druck, sowie Schwellungen und Rötungen sind typische Symptome einer Schleimbeutelentzündung, gelegentlich ist auch die Beweglichkeit des Gelenks eingeschränkt.

Reichen die Ruhigstellung und Kühlung oder Physiotherapie nicht aus, um eine Schleimbeutelentzündung abklingen zu lassen, kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden. Hierbei wird der betroffene Bereich über mehrere Wochen kurz den niedrig dosierten Röntgenstrahlen ausgesetzt und so die Entzündung nach und nach abgebaut. Der operativen Entfernung des Schleimbeutels kann so vorgebeugt werden.

Fersensporn

Der Fersensporn ist eine schmerzhafte Erkrankung, bei der sich ein Knochenauswuchs an der Unterseite der Ferse bildet. In der Regel tritt der Schmerz am Ansatz der Plantarfaszie auf, einer dicken Sehne, die die Ferse mit den Zehen verbindet. Der Fersensporn wird auch als Plantarfasziitis bezeichnet, wobei dieser Begriff in erster Linie die Entzündung beschreibt, der knöcherne Auswuchs am Fersenbein kann eine mögliche Folgeerscheinung sein, muss sich aber nicht in jedem Fall bilden. Ein Fersensporn kann durch Fehl- oder Überbelastung, durch Übergewicht oder auch altersbedingt entstehen.

Wenn konservative Maßnahmen wie Ruhe, Schuhpolsterung, Dehnübungen, Physiotherapie, Schmerzmedikation oder Injektionen nicht ausreichen, um die Symptome zu lindern, kann die Strahlentherapie bei Fersensporn eine wirksame Behandlung sein. Sie kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Je nach Ausprägung des Fersensporns erfolgt die Behandlung normalerweise in mehreren Sitzungen, bei denen eine niedrige Dosis ionisierender Strahlung auf den betroffenen Bereich gerichtet wird. Die Strahlentherapie kann Entzündungen hemmen und die Durchblutung verbessern.

Tennisarm

Ein Tennisarm (Epicondylitis radialis humeri oder laterale Epicondylitis) ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch Entzündung oder Überlastung der Sehnen verursacht wird, die den Unterarmmuskel an der äußeren Seite des Ellenbogens ansetzen. Im Gegensatz zum Golferarm ist bei einem Tennisarm also die Außenseite des Ellenbogens betroffen. Bei Bewegung schmerzt der Arm und häufig ist auch das Greifen erschwert. Der einprägsame Name „Tennisarm“ oder „Tennisellenbogen“ wurde aufgrund des häufigen Vorkommens bei Tennisspielern geprägt. Die Verletzung kann aber auch bei anderen Aktivitäten auftreten, die mit repetitiven Bewegungen des Handgelenks oder des Unterarms verbunden sind, wie dem Tippen auf einer Tastatur oder dem Ausüben von handwerklichen Tätigkeiten.

Neben dem Ruhigstellen des Armes, dem Tragen einer Armschiene oder Physiotherapie kann eine Behandlung mit Röntgenstrahlen eine deutliche Verbesserung der Symptome und Schmerzen bewirken. Die Strahlentherapie zur Behandlung eines Tennisarms bei lumamed umfasst mehrere kurze Bestrahlungssitzungen, die über einen Zeitraum von einigen Wochen verteilt sind. Die genaue Anzahl und Dauer der Sitzungen hängen von Ihrer individuellen Situation ab.

Golferarm

Das Krankheitsbild des Golferarms oder Golferellenbogens (Epicondylitis ulnaris humeri oder auch mediale Epicondylitis) ähnelt dem des Tennisarms, allerdings ist hier die Innenseite des Ellbogens betroffen. Häufig bei Golfspielern beobachtet, tritt die Entzündung auch bei alltäglichen Aktivitäten auf, die durch immer gleiche Bewegungen eine Überbelastung des Sehnenansatzes im Gelenk erzeugen — etwa häufige Dreh- und Schraubbewegungen, Fehlhaltungen bei der Bildschirmarbeit oder ruckartige Belastung des Armes. Typische Symptome eines Golferarms sind Schmerzen und Empfindlichkeit an der inneren Seite des Ellenbogens. Der Schmerz kann bis in den Unterarm und das Handgelenk ausstrahlen. Die Schmerzen treten in der Regel bei bestimmten Bewegungen oder bei Druck auf den betroffenen Bereich auf, häufig lässt sich das Handgelenk nicht mehr vollständig beugen.

Auch der Golferellenbogen wird meist zunächst mit Ruhe, Kühlung und ggf. Physiotherapie behandelt. Die Strahlentherapie hat sich ebenfalls als wirkungsvolle Behandlung bei Golferarm bewährt. Die niedrig dosierte Bestrahlung reduziert die Botenstoffe, die eine schmerzhafte Entzündung aufrechterhalten. In der Regel lassen sich innerhalb weniger Wochen mit jeweils zwei bis drei Sitzungen Schmerzen und Beschwerden deutlich reduzieren.

Fibromatose

Bei einer Fibromatose bilden sich gutartige (nicht krebsartige) Tumore oder Wucherungen in den Weichteilen des Körpers. Diese Wucherungen entstehen aus Bindegewebszellen und können in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten, so etwa in den Handflächen und Fußsohlen bei der sogenannten palmar-plantaren Fibromatose. Hier bildet sie eine feste Geschwulst oder eine Verdickung unter der Haut, die mit der Zeit wachsen können. Eine Variante der Fibromatose ist die Ledderhose-Krankheit oder Morbus Ledderhose, bei der sich knotenartige Verdickungen im Plantarfasziengewebe des Fußes bilden, die Schmerzen, Steifheit und Schwierigkeiten beim Gehen verursachen können. Knotenartige Verdickungen und Verkürzungen in der Bindegewebschicht der Handfläche entstehen bei der Dupuytren-Kontraktur oder Morbus Dupuytren. Diese können zu einer Einschränkung der Fingerbeweglichkeit führen und die Handfunktion beeinträchtigen.

Neben der chirurgischen Entfernung und der Gabe von Medikamenten ist die Strahlentherapie eine bewährte Methode zur Behandlung von Fibromatose. Mit ihr kann die Proliferation — das Wachstum des abnormen Bindegewebes — gehemmt werden und so Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit aufrechterhalten werden.

Keloide

Unter einem Keloid versteht man abnormales Narbengewebe, das nach einer Verletzung der Haut entsteht. Im Gegensatz zu normalen Narben, die im Laufe der Zeit verblassen, wachsen Keloide über die ursprüngliche Verletzungsstelle hinaus und breiten sich über das umliegende gesunde Gewebe aus. Sie entstehen, wenn der Heilungsprozess der Haut nach einer Verletzung, Verbrennung oder Operation, aber auch aufgrund von Akne, einer Tätowierung oder eines Piercings überaktiv reagiert. Keloidnarben sind in der Regel deutlich erkennbar und werden meist als unansehnlich wahrgenommen. Sie sind erhaben, oft dunkel gefärbt oder knotig geformt. Juckreiz, Schmerzen oder Empfindlichkeit können Symptome eines Keloids sein.

Die Behandlung von Keloiden kann medikamentös erfolgen, mit Injektionen oder auf chirurgischem Wege. Die Strahlentherapie kann nach der operativen Entfernung eines Keloids dazu beitragen, das Wachstum des Keloids zu unterbinden und so dem Risiko einer erneuten Keloidbildung entgegenzuwirken. Sie zielt darauf ab, die abnormen Zellen zu zerstören und das Narbengewebe zu reduzieren, indem sie die Bildung neuer Kollagenfasern und die übermäßige Produktion von Narbengewebe hemmt.